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Kolumne - Antifaschismus
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 21. November 2009 um 20:04 Uhr

Nach der Demonstration gegen Rechts in Husum ziehen Polizei und Veranstalter eine überwiegend  positive Bilanz. Dennoch bleiben ein gemischte Gefühle zurück.
Mehrere Hundert, überwiegend junge Menschen hatten sich versammelt, um  gegen Neonazis zu protestieren. Ihr Motto "Husum braune Stadt am Meer? Nein!" spielte auf das Werk des wohl berühmtesten Husumer, Theodor Storm, an. Eine graue  Stadt am Meer war Husum heute ganz und gar nicht. Überall Blaulicht und ein Flaggenmeer brachten viel Farbe in die ansonsten doch eher verträumte Kleinstadt an der Nordsee.


Friedliche Demonstration

Der Demonstrationszug gegen ein "braunes" Husum bewegte sich im Innenstatdbereich, sodass die Veranstalter die erhoffte Aufmerksamkeit erregten. Die kurzfristigen Verkehrsbehinderungen lösten sich jedoch schnell wieder auf. Der Aufzug wurde von der Polizei mit einer ausreichenden Anzahl Beamter begleitet, so dass es weder Störungen aus dem Aufzug heraus noch in den Aufzug hinein gab. Lediglich im Vorfeld kam es zu einer Auseinandersetzung. Am Sammelpunkt der Demonstranten tauchte der Nordfrieslandweit bekannte Neonazi "Sniper" Hansen auf, griff einige Demonstranten an und versprühte Pfefferspray.
Eine Person dieses Spektrums musste auf der Marschstrecke aus gefahrenabwehrenden Gründen dem Gewahrsam zugeführt werden. Insgesamt wurden, um körperliche Auseinandersetzungen beim Zusammentreffen zu unterbinden, sieben Platzverweise gegen Personen des linken Spektrums und elf Platzverweise gegen das rechte Spektrum ausgesprochen. Es kam zu acht Identitätsfeststellungen. Die Polizei zeigte sich über die Entwicklung erfreut: "Der Einsatzverlauf zeigte, dass unser Konzept der konsequenten Trennung der unterschiedlichen Gruppierungen voll aufgegangen ist.", so Emil Godau, Einsatzleiter der Husumer Polizei.
Im Anschluss an die um 15.00h für beendet erklärte Veranstaltung kam es nur zu kleineren Einsätzen im Husumer Stadtgebiet, zwei Platzverweise mussten noch gegen Personen des linken Spektrums ausgesprochen werden - sie zündeten zuvor Rauchkörper.

Deprimierende Aktion

Auffällig war die niedrige Zahl älterer Menschen im Demonstrationszug. Auch von den politischen Parteien fielen nur SPD, DIE LINKE, die Piratenpartei und das politische Netzwerk Attac auf.

"Irgendwie finde ich das ziemlich deprimierend, dass ich in meinem Alter noch hier marschiere!" Die 56-jährige Karin S.* war eine der älteren Teilnehmerinnen im Zug. "Ich meine, dass es immer noch nötig ist gegen Nazis zu demonstrieren." So mochten das mehr Menschen empfunden haben.

Doch solange es noch so viele Menschen und Parteien gibt, die wegsehen, solange wird es wohl noch Demonstrationen gegen Rechts geben müssen. Denn Faschismus ist keine Meinung - Faschismus ist ein Verbrechen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 12:25 Uhr
 

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