| Die Schlammschlacht rechter Parteien im nördlichen Schleswig-Holstein |
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| Aus den Ländern - Schleswig-Holstein | |||
| Geschrieben von: Administrator | |||
| Freitag, den 27. November 2009 um 13:08 Uhr | |||
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Das DVU-Neumitglied, der frühere Kreisvorsitzende der NPD in Nordfriesland, Kevin Stein, wird von seinen früheren Parteifreunden beschimpft, bedroht und angeblich auch angegriffen. Nun wehrt er sich, indem er an die Öffentlichkeit geht. Das Resultat ist ein spannender Roman direkt aus dem Leben. Der Titel könnte heißen: Die (un)heimlichen Verbrechen der NPD in Nordfriesland. Der Wechsel von Kevin Stein hat jetzt schon massiv Wellen geschlagen. So wurden ihm kurz nach dem Wechsel die Fensterscheiben eingeworfen. Ich dachte erst, das waren die Linksradikalen. Aber momentan glaub ich immer mehr, dass diese Tat aus ganz anderen Kreisen kam. Jeder kann sich ja jetzt denken aus welchen." Auch bedroht worden soll er sein: Ich solle mich nicht mehr auf Demonstrationen sehen lassen, da ich eine falsche Schlange sei und zum Judenverein DVU gewechselt bin. Mittlerweile hat Stein Strafanzeige gegen den NPD-Kreisverband Nordfriesland/Schleswig-Flensburg gestellt. Im Verlauf dieses Verfahrens ist wohl mit dem Bekanntwerden einiger illegaler Aktivitäten vereinzelter Mitglieder zu rechnen. Manches nennt Stein schon jetzt. So soll beim stellvertretenden NPD-Kreisvorsitzenden, Arne Kaehne, vor etlichen Monaten eine Hausdurchsuchung stattgefunden haben, bei der Waffen im Spiel gewesen sein sollen. Zudem sollen Mitglieder der NPD Nordfriesland mit Prostitution und Rauschgifthandel zu tun haben. Doch Stein gibt noch mehr Insiderwissen preis. Zur Demonstration gegen ein "braunes" Husum am vergangen Samstag, berichtigt er die polizeilichen Erkenntnisse: Seiner Aussage nach haben zwei Mitglieder des NPD-KV Nordfriesland vor einigen Wochen Straftaten in der Husumer Neustadt begangen. Die Polizei hat den Vorfall bislang nicht als politisch motiviert eingestuft. Die NPD agiert momentan so offensiv, wie schon lange nicht mehr. Erst kürzlich musste sie sich von einem Beitrag auf ihrer Homepage distanzieren und öffentlich entschuldigen. In ihm hatte sie behauptet, dass sich im Husumer Kulturzentrum Speicher "stadtbekannte Gewalttäter und Straftäter" aufhielten und nicht ohne Grund "der Staatsschutz in fast regelmäßigen Abständen gegen Personen aus diesem Kreis" ermitteln würde. Schon fünf Tage nachdem die öffentliche Entschuldigung erschien, am 22. November, distanzierte sich die Partei von ihrer öffentlichen Entschuldigung. Weitere vier Tage später hatten viele Nordfriesen Post von der NPD im Briefkasten. Ein verzweifelter Versuch Mitglieder zu gewinnen. Und am vergangenen Sonntag hatten Mitglieder rechter Gruppierungen in Meldorf (Kreis Dithmatschen) einen unangemeldeten Fackelmarsch abgehalten, der Aufsehen erregte, weil dort eine verbotene Reichskriegsflagge geschwenkt und rechte Parolen skandiert wurden. Was an den Aussagen Steins dran ist, wird wohl erst durch polizeiliche Untersuchungen endgültig geklärt werden können. Klar ist jedoch, dass es eine turbulente Zeit für die rechten Parteien wird. Stein droht damit etwa "50 Mitglieder" der NPD zur DVU holen zu wollen. Die NPD wird sich das nicht gefallen lassen.
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