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Aus den Ländern - Schleswig-Holstein
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 15. Januar 2009 um 20:44 Uhr
Ein erschreckender Aus- (bzw. Rück)blick auf faschistische Strukturen in meinem Heimatkreis. Nordfriesland war Hochburg der Nazis und scheint es auch weiterhin zu sein.
1. Historische Fakten
2. Verhältnis von Friesen und Nazis

1. Historische Fakten

Nordfriesland war wie das gesamte ländliche Schleswig-Holstein seit Beginn der 1930er Jahre eine Hochburg der
NSDAP. Die Blut und Boden -Ideologie der Nationalsozialisten sprach die Landbevölkerung an. Bereits in den letzten freien Wahlen der Weimarer Republik erreichte die NSDAP hier weit überdurchschnittliche Wahlergebnisse.
NSDAP-Ergebnisse bei den Reichstagswahlen in %:

Wahl Süd-
tondern
Husum Eiderstedt Schleswig-Holstein Deutsches
Reich
1930 25,3 36,8 34,0 27,0 18,3
1932 (I) 64,5 68,6 60,2 51,0 37,4
1932 (II) 68,2 63,2 56,9 46,7 33,1
1933 73,5 68,5 63,2 53,3 43,9

Die außerordentlich guten Wahlergebnisse der NSDAP setzten sich bei den Kommunalwahlen 1933 fort. In den
Kreistagen Südtondern und Husum-Eiderstedt erreichte die Partei überwältigende Mehrheiten von mehr als 60% der
Stimmen. Ähnliche Ergebnisse erzielte sie in den meisten Gemeinden. Im Dorf Wittbek nahm Hitler laut Husumer
Nachrichten die Ehrenbürgerschaft an, da das Dorf fünfmal hintereinander mit allen Stimmen für die NSDAP gestimmt hatte. Einzige nennenswerte Ausnahme bildete Tönning , in dem die NSDAP nur 3 von 15 Sitzen gewann und damit nicht über die Ergebnisse von SPD oder KPD hinauskam.

Die Gleichschaltung wirkte auch in Nordfriesland; nicht nur die kommunalen Vertretungen wurden entmachtet, sondern von der Kirche bis zu den Geflügelzüchtern sämtliche Verbände. Tatsächliche und vermeintliche Gegner des Regimes wurden aus ihren Ämtern vertrieben, öffentlich gedemütigt und nicht selten gefoltert oder in frühe KZs gesteckt. Die Bevölkerung nahm die öffentlich stattfindenden Misshandlungen und Demütigungen bis auf wenige Ausnahmen gleichgültig bis enthusiastisch auf. Der Kreisbauernbund Südtondern beschloss beispielsweise auf seiner
Generalversammlung im März 1933 die Resolution: "Der Kreisbauernbund Südtondern steht mit heißer Liebe zur
Reichsregierung Hitler. Er bittet, gegen Mordbrenner und Vaterlandsverräter sofort mit Todesstrafe vorzugehen."
(Quelle: Wikipedia)


2. Verhältnis von Friesen und Nazis


Die Einstellung der Nationalsozialisten zu den Friesen war von Instrumentalisierung geprägt. Einerseits waren sich alle Rassekundler einig, dass die Friesen „urgermanisch“ und ein „lebendiger Kraftquell nordischer Haltung und nordischen Wollens“ seien: Friesenhäuser wurden Mode weit über Friesland hinaus, die Nazis förderten unverfängliche Bräuche wie das.Bikebrennen Filme wie der 1933 gedrehte Schimmelreiter glorifizierten das Friesentum. Andererseits wurde jeglicher Versuch, die tatsächliche friesische Kultur aufrecht zu erhalten, bekämpft. Unterricht in friesischer Sprache wurde massiv eingeschränkt; nur der Hinweis auf die politische Konkurrenz der Dänenfriesen verhinderte, dass er ganz abgeschafft wurde. Kontakte zuden Friesen in den Niederlanden wurden massiv behindert.
(Quelle: Wikipedia)
 

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