|
Nachrichten -
Jugend & Familie
|
|
Geschrieben von: Administrator
|
|
Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 18:24 Uhr |
Das neue Fachkonzept berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen der BA in der Praxis
Junge Menschen benötigen eine hohe Betreuungsqualität
Ein aktueller Forschungsbericht des IAB präsentiert Befunde zur Umsetzung von berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit aufgrund der mit dem neuen Fachkonzept verbundenen Neuerungen.
Der Forschungsbericht des IAB präsentiert Befunde aus der Begleitforschung zu berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit 2006/ 2007. In den untersuchten BvB-Maßnahmen waren sogenannte marktbenachteiligte Jugendliche mit einem Anteil von 43% stark vertreten, 40% waren lernbeeinträchtigt beziehungsweise sozial benachteiligt, 17% Rehabilitanden.
Die Befunde machen eines besonders deutlich: Junge Menschen benötigen eine hohe Betreuungsqualität. Bildungsträger wurden in der Studie nach ihren Bewertungen und Wünschen gefragt. Ein Großteil der befragten Träger sprach sich für besondere Maßnahmen für Lernbehinderte mit längerer Förderdauer aus.
Demgegenüber steht ein eher traurig stimmender Ist-Zustand. So bemängelten die befragten Träger in der Mehrzahl die Personalschlüssel. Sie wurden als zu gering eingeschätzt, insbesondere wenn, Rehabilitanden gefördert wurden. Zudem sahen sich infolge der Ausschreibungen mit einem höheren Kostendruck konfrontiert: So waren mehr als 2/3 der Träger gezwungen, trotz bereits vor der Kalkulation vorgenommener Einsparungen weitere Sparmaßnehmen im Maßnahmeverlauf zu realisieren, wozu in starkem Maße auch Gehaltseinsparungen zählten. Die Personalfluktuation wurde als hoch eingeschätzt, was den Maßnahmeteilnehmern ganz sicher nicht zugute kommt.
Im Durchschnitt konnten je Maßnahme 41% der Jugendlichen eine schulische, betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung anschließen. Allerdings müssen hier die regionalen Unterschiede gesehen werden. So gelang es in Ostdeutschland den jungen Menschen weitaus seltener in eine betriebliche Ausbildung zu kommen. Während es in Westdeutschland einem Drittel der Jugendlichen gelang, eine betriebliche Ausbildung aufzunehmen, waren es im Osten Deutschlands nur 10% der Teilnehmer.
Ein Übergang in betriebliche Ausbildung wurde durch überdurchschnittlich lange Praktika begünstigt, nicht aber durch die Absolvierung von Qualifizierungsbausteinen. Qualifizierungsbausteine ließen sich mangels Bereitschaft der Unternehmen von den Trägern viel eher in den eigenen Einrichtungen absolvieren, als in Unternehmen, was häufig dazu führte, dass Qualifizierungsbausteine und Praktika nacheinander absolviert werden mussten.
Unterm Strich hat der Bericht die Ergebnisse geliefert, die zu erwarten waren. Im Qualifizierungssektor sieht es alles andere als gut aus.
|
|
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 18:31 Uhr |